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Wie alles begann
Ludwig Koop, geboren am 7. Februar 1906 als zweiter Sohn des
Erbhofbauern Ludwig Koop in Geestemünde (damaliger Ortsteil der Stadt Wesermünde) übernimmt am 10. Oktober 1930 das seit 1869 bestehende Möbelunternehmen Gremmer von dem aus Altersgründen aufgebenden
Inhaber Nicolaus Gremmer.

Die Firma Ludwig Koop, Möbelhaus und Sarglager,
in der Bismarckstrasse 12, Wesermünde, war gegründet.
Mit viel Fleiss, Mühe und Umsicht konnte bald eine gute Entwicklung sowohl des Möbelgeschäfts als auch des Bestattungssektors erzielt werden. Das Personal bestand aus einem Polierer, einem Beizer und zwei Tischlern. Die Möbelstücke und Särge wurden damals vom Werk in rohem Zustand ausgeliefert und mussten so noch
endbehandelt werden. Die fertigen Möbelstücke wurden anfangs mit einem Handwagen, später mit einem Mietwagen ausgeliefert, bis 1935 die Anschaffung eines Ford-Lastwagen (2,5 Tonner) möglich war.
Die Überführung von Verstorbenen erfolgte mit einem gemieteten Pferdewagen, später mit einem gemieteten Bestattungswagen. Für die Kundenbetreuung brachte der Kauf eines Pkw, Modell Hansa, im Jahr
1935 vielfache Erleichterung und löste das bis dahin noch dominierende Fahrrad ab.

Am 26. Mai 1934 heiratete der Firmeninhaber Ludwig Koop die ausgebildete Kontoristin Martha Persson. Aus der Ehe stammen zwei Söhne: Heinz-Ludwig, geb. 13.2.1935 und Ralf, geb. 5.8.1937.
Durch die Lieferung von guten Qualitätsmöbeln entwickelte sich das Unternehmen zu einem angesehenen Möbelhaus. Auch im Bestattungsgeschäft steigerte sich der Umsatz von Jahr zu Jahr.
War bei der Eröffnung der Firma hier kaum von Umsatz zu sprechen, so entwickelte sich dieser Geschäftsbereich so erfolgreich, dass die Einrichtung eines Sarglagers erforderlich wurde.
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges machte dem weiteren Aufstieg der Firma ein jähes Ende. Nach und nach wurde das Personal und 1940 auch der Firmeninhaber zum Kriegsdienst
eingezogen. Während der Kriegsjahre führte die Ehefrau Martha Koop die Geschäfte der Firma weiter. Die immer schwieriger werdenden Beschaffungsmöglichkeiten von Möbeln
zwang zur Aufgabe der Möbelabteilung im Jahr 1942, so dass nur noch der Bestattungsbereich aufrecht erhalten werden konnte.
 Am 8. September 1943 bestimmte der Magistrat der Stadt
Wesermünde die Firma Koop für den Katastropheneinsatz. Ein Anerkenntnis für die Leistungsfähigkeit des kleinen Betriebes!

Für den gefährlichen und umfangreichen
Einsatz bei den Katastropheneinsätzen erhielt die Firmenleiterin Martha Koop 1944 das Kriegsverdienstkreuz vom damaligen Oberbürgermeister Delius verliehen.
Am 18. September 1944 wurde das Geschäftshaus durch Bombenangriffe bis auf die Grundmauern zerstört, ebenso der Lastwagen und der Pkw. Nur ein paar Särge, ein
Schreibtisch und eine Schreibmaschine konnten aus dem brennenden Haus gerettet werden.
Im Februar 1945 konnte durch viele Anstrengungen das Bestattungsgeschäft unter
primitivsten Verhältnissen in den Garagen der Fa. Wübben in der Weißenburger Strasse wieder aufgenommen werden. Ein instandgesetzter Bestattungswagen war das Startkapital.
Der Krieg zeigte auch Auswirkungen auf die Durchführung von Bestattungen: die Särge bestanden aus einfachen Tannenholz, schwarz bestrichen und mit Kohlenstaub bestreut, die
Sterbewäsche aus Papier, Kerzen- und Blumenschmuck waren rare Artikel.
Am 8. Mai 1945 erfolgte die Kapitulation. Im Herbst des gleichen
Jahres wurde der Firmeninhaber aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kehrte nach Bremerhaven zurück. Nun hiess es, das Geschäft aus dem Nichts wieder aufzubauen.
Im Jahr 1947 ergab sich die Möglichkeit, beide Geschäftszweige in einem kleinem Laden in der Weißenburger Strasse 25 unterzubringen. Die
Werkstatt wurde in den Garagen eingerichtet. Eine Erweiterung ergab sich 1948 und 1951. 
Dabei wurde das Vorgartengelände dieser Garagen in einen Flachdachbau umgestaltet und später mit einem dahinter errichteten Wohnhaus der Fa. Wübben verbunden.
Es entstand ein für damalige Zeit ansprechendes Geschäft mit 13
Schaufenstern!

Eine grosse Bestattung in Bremerhaven (1954/1955).
Nach schwierigen Verhandlungen mit dem Magistrat wurde am 4. Oktober 1954 ein Tausch des Grundstückes Friedrichstrasse 8, das der Firmeninhaber nach dem Krieg von seinem
Bruder käuflich erworben hatte, mit einem Grundstück an der Ecke Grashoff- und Bülkenstrasse möglich.
Ein Gebiet von zerstörten Häusern und Ruinen! Sofort wurde hier mit dem Bau eines sechsgeschossigen Wohnhauses begonnen. Die Grundsteinlegung war der 25. Juli 1955.
Das 25 jährige Firmenjubiläum am 10. Oktober 1955 wurde jedoch noch unter
grosser Beteiligung von allen Seiten in den Geschäftsräumen der Weißenburger Strasse gefeiert.
Am 18. Januar 1956 wurde das Möbel- und Bestattungsgeschäft in die neuen Geschäftsräume in der Grashoffstrasse 10 Ecke Bülkenstrasse 28 verlegt. Im Parterre und
im 1. Geschoss befand sich die Möbelabteilung mit Büro und Wohnung für den Firmeninhaber, im Kellergeschoss waren die
Ausstellungsräume für die Bestattungsabteilung. Bei dem weiteren Aufbau des Stadtteils wurde im Jahr 1960 in der Paschstrasse vier Garagen in eigener Regie erstellt, die als Sarglager, Werkstatt und
Unterbringung des Bestattungswagens genutzt wurden.
Beide Firmensöhne, die ihre Ausbildung zum Tischler in der Möbelfabrik Hero Warrings
absolvierten, traten mittlerweile in die Firma ein. Sohn Ralf ergänzte sein Wissen über das Bestattungswesen noch zusätzlich als Volontär bei den Firmen Heidemann in Herford und Hann in Hamburg.
Bedingt durch eine schwere Krankheit zog sich der Firmeninhaber 1962 vom Geschäft zurück. Das Unternehmen musste nun von den Söhnen fortgeführt werden.
Zum 1. Januar 1970 unterzeichnete der Firmeninhaber die Teilung seines Unternehmens und die Übergabe der jeweiligen Geschäftszweige an seine Söhne. Der älteste Sohn Heinz-Ludwig
Koop erhielt das Möbelgeschäft, das zwischenzeitlich mit einer Gardinen- und Elektroabteilung erweitert worden war, sowie ein Möbellager in der Domini- bzw.
Industriestrasse und das Geschäftshaus in der Grashoffstrasse 10. Leider war es ihm in den folgenden Jahren nicht möglich, sein Unternehmen aufrecht zu erhalten. Er starb am 8. August 1980.
Sohn Ralf Koop erhielt das Bestattungsinstitut und die Garagen in der Paschstrasse.
Am 18. Februar 1970 verstarb der Seniorchef und Firmengründer Ludwig Koop.
Noch im gleichen Jahr, am 28. September 1970, legte Ralf Koop den Grundstein für ein sechsgeschossiges Geschäfts- und Wohnhaus neben dem bisherigen Haus in der
Grashoffstrasse 10, Ecke Bülkenstrasse, das er durch zähe Verhandlungen mit dem Magistrat im Austauschverfahren für ein anderes Grundstück erworben hatte.
Am 28. Mai 1971 wurde Richtfest gefeiert und die neuen Geschäftsräume in der Grashoffstrasse 8 konnten am 3. Dezember 1971 eröffnet werden.
Das enorme Streben des jetzigen Firmeninhabers gemeinsam mit seiner Ehefrau Karin, geb. Specht, zahlte sich aus und das Unternehmen erzielte in den folgenden Jahren einen grossen
Aufschwung. Durch einen Erweiterungsumbau im Jahre 1973 wurden sechs Aufbahrungskammern und eine Trauerhalle geschaffen. So bestand endlich die Möglichkeit,
die Verstorbenen im eigenen Haus in klimatisierten Räumlichkeiten bis zur Beerdigung aufzubahren. Angehörige konnten nun auch in einem würdigem Rahmen am offenem Sarg sich von ihrem Verstorbenen verabschieden.
Eine neue Ära der Bestattungsdurchführung war angebrochen. Die Angehörigen empfanden diese neue Einrichtung als sehr würdevoll und angenehm.
Die gute Entwicklung des Unternehmens durch den hohen persönlichem Einsatz der Familie erforderte schon bald erneute Erweiterungen: 1974 wurde in der Paschstrasse eine
Lagerhalle erbaut mit einer Werkstatt für die Endfertigung und Lagerung der Särge sowie einen Aufenthaltsraum für das Personal.
1980 erfolgte eine Betriebserweiterung auf die erste Etage. Eine völlige Umgestaltung der bisherigen Räumlichkeiten folgte: Wände wurden eingerissen, Pfeiler gesetzt und neue
Decken gezogen. Eine grosse Empfangshalle mit einer monumentalen Skulptur des Bremer Künstlers Manfred Lohrengel wurde erschaffen, Mahagoni-Schrankwände mit
Glasunterbrechungen bildeten eine Trennung zum grosszügigen Büroraum. Am 10. Oktober 1981 konnte die Einweihung der neugestalteten Geschäftsräume verbunden mit dem 50
jährigen Firmenjubiläum mit grosser Beteiligung des Freundes, Bekannten- und Kundenkreises gefeiert werden. Der enorme Einsatz und die harte Arbeit für diesen Umbau brachten erneut den gewünschten
geschäftlichen Erfolg.
Am 31. Dezember 1994, nach genau 25 Jahren
Inhaberschaft, übertrug Ralf Koop das Unternehmen auf seinen ältesten Sohn Torsten, der nach seiner Lehre zum Steuerfachgehilfen und anschliessendem Studium der Betriebswirtschaft 1989 in die elterliche
Firma einstieg. Er absolvierte zusätzlich mehrere Fortbildungsmassnahmen im Bestattungsbereich und bestand 1994 die Prüfung zum „Fachgeprüften Bestatter“ vor der Handwerkskammer Hannover.
Somit besass auch er, wie seine Eltern, die Qualifikation zur Führung des begehrten Fachzeichens des Deutschen Bestattungsgewerbes.
Um das hohe Niveau einer würdigen und anspruchsvollen
Bestattungsdurchführung zu halten wurde in den folgenden Jahren erneute Renovierungen unumgänglich: Im Jahr 1996 erfolgte die Umgestaltung und umfangreiche
Modernisierung der Trauerhalle in einer angenehmen und stilvollen Atmosphäre mit modernem Beschallungssystem und Klimaanlage; 1998 die Renovierung der Aufbahrungskammern in einem ebenso würdigen
Ambiente mit zeitgemässer Klimatechnik und im Jahr 2000 die Fortführung der Renovierungsarbeiten im Durchgangsbereich zur Trauerhalle. Auch diese Umgestaltungen wurden von den Kunden durchweg positiv aufgenommen.
Möge die geschäftliche und wirtschaftliche Lage des Unternehmens es auch weiterhin ermöglichen, ein Stück Bestattungskultur zu vermitteln. Das alte Sprichwort von Perikles gilt auch für uns:
„Ein Volk wird so beurteilt, wie es seine Toten bestattet.“
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